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Montag, 7. Februar 2011

Neuer Ratgeber zur Altersvorsorgeplanung

Mit dem neuen Buch „Altersvorsorge richtig planen – Die besten Strategien für die finanzielle Absicherung“ will die Verbraucherzentrale NRW umfassende Informationen für eine solide Planung vermitteln. Lob gibt es für die betriebliche Altersvorsorge. Versicherungsprodukte sind nach Meinung der Autoren hingegen nur in den allerwenigsten Fällen geeignet.

Der Ratgeber der Verbraucherzentrale NRW zur Altersvorsorge enthält Informationen über nahezu alle gängigen Kapitalanlagen. Neben Versicherungstarifen werden auch Bank- und Bausparprodukte sowie Aktien, Anleihen Zertifikate und Investmentfonds behandelt. Selbst der direkten Immobilienanlage ist ein ganzes Kapitel gewidmet.

Darüber hinaus nehmen die Bedarfsplanung sowie verschiedene Altersvorsorge-Strategien für alle Altersgruppen großen Raum ein. Hilfen bei der Entscheidungsfindung sollen die Checklisten, Übersichten und Berechnungsbeispiele geben. Auch über gesetzliche Rentenversicherung, steuerliche Behandlung in der Erwerbs- und Rentenphase und diverse Fördermöglichkeiten informiert der Ratgeber.

Hilfen bei der Bedarfsplanung

Bei der Berechnung der notwendigen Sparraten und des Bedarfs im Alter weisen die Autoren darauf hin, dass die alte Faustformel, wonach im Alter 30 Prozent weniger verfügbares Einkommen benötigt wird, nicht mehr zeitgemäß sei. Schließlich werden Ruheständler zunehmend aktiv und dementsprechend müssen hierfür auch die finanziellen Voraussetzungen gegeben sein.

Neben allgemeinen Hilfestellungen enthält das Kapitel Checklisten und Tabellen, die den Leser bei der Ermittlung der erforderlichen Sparrate unterstützen sollen. Das Thema Inflation findet in diesen Beispielrechnungen allerdings keine Berücksichtigung.

Stattdessen erfolgt bereits in diesem Kapitel die Warnung, sich kein „Produkt vom Finanzvertrieb aufschwatzen zu lassen“. Bei den Vermittlern stünde nämlich in erster Linie der schnelle Abschluss provisionsträchtiger Standardangebote im Fokus, statt mit dem Kunden eine individuelle Versorgungsstrategie unter Berücksichtigung bestehender Bausteine zu erarbeiten.

Banksparpläne bei Riester oft erste Wahl

Großen Raum innerhalb des Buchs nehmen die geförderten Vorsorgeformen einschließlich deren Produkte ein. So spiegeln sich die bekannten Kritikpunkte der Verbraucherschützer zu Versicherungslösungen insbesondere im Kapitel zur Riester-Rente wieder.

Dementsprechend werden eher Banksparpläne hervorgehoben. Diese seien in puncto Sicherheit und Kosten das beste Produkt – zumindest in der Ansparphase. Insbesondere für Ältere und Sicherheitsorientierte sowie für Anleger, die eine spätere Entnahme zur Eigenheim-Finanzierung planen, sei das Produkt geeignet.

Es wird jedoch auch herausgestellt, dass die Rentenphase bei Banksparplänen noch nicht durchkalkuliert ist. Daher empfehlen die Autoren, einen Tarif mit geringen Wechselgebühren auszuwählen, um vor der Verrentungsphase den Austausch durch einen attraktiveren Banksparplan kostengünstig durchführen zu können.

Qualität der Anbieter entscheidend

Bei der klassischen Riester-Rentenversicherung müsse der Sparer sehr stark auf die Qualität der Anbieter achten, insbesondere hinsichtlich der Verrentungsfaktoren. Bemängelt wird neben den mäßigen Renditeaussichten die Kalkulation einer lebenslangen Rente. Demnach könne dies für Menschen mit geringerer Lebenserwartung zu einem schlechten Geschäft werden. Die Rentenversicherung sei also „derzeit nicht unbedingt das geeignete Produkt“. Weshalb der Sicherheitsaspekt schlechter bewertet wird als beim Banksparplan, erfährt der Leser allerdings nicht.

Bei den Fondspolicen werden hohe Kosten und das erhöhte Risiko bemängelt. So seien solche Tarife – wenn überhaupt – nur für Sparer geeignet, die bis zum Vertragsende durchhalten und vor Rentenbeginn nicht auf das Kapital zugreifen wollen.

Fondssparpläne empfehlen die Autoren für junge und risikofreudige Anleger. Den guten Renditechancen werden die gleichen Nachteile gegenübergestellt, die auch für Banksparpläne geäußert wurden.

Riester-Bausparverträge werden nur für den Fall empfohlen, dass ein späterer Eigenheimerwerb fest eingeplant ist. Alternativ sei ein Banksparplan mit späterer Kapitalentnahme und gleichzeitigem Abschluss eines geförderten Darlehens interessant. Letzteres dürfte ohnehin die attraktivste Variante darstellen, so die Autoren, wobei das bürokratische Monstrum Wohnförderkonto dieses Modell deutlich verkompliziere.

Rürup selten ein gutes Geschäft

Die anderen geförderten Altersvorsorgeformen werden unterschiedlich bewertet. Die Rürup-Rente sei „selten ein gutes Geschäft für den Versicherten“. Lediglich ein klassischer Tarif könne für einen älteren Sparer aufgrund der steuerlichen Behandlung eine Option sein. Bemängelt werden insbesondere die restriktiven gesetzlichen Vorgaben bei der Flexibilität.

Besonders hart gehen die Autoren mit fondsbasierten Basisrenten mit Garantie ins Gericht. Diese seien – mit dem Hinweis auf „Börsengewinne ohne Risiko“ ausgestattet – vor allem Marketingprodukte der Versicherungswirtschaft. Der Renditevorteil gegenüber klassischen Tarifen werde aber durch die Mehrkosten der Fondsanlage schnell aufgefressen.

Positiv wird hingegen die betriebliche Altersvorsorge bewertet – nicht zuletzt wegen der hohen Förderung, die im Rahmen der Entgeltumwandlung zum Tragen kommt. Diejenigen, die wirklich etwas für das Alter zurücklegen möchten, seien mit der bAV deutlich besser beraten als mit Riester.

Der rund 250 Seiten starke Ratgeber kann über die Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg bestellt werden. Der Preis beträgt 12,90 Euro zuzüglich Versandgebühren.

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